Die kaiserliche Administration der Reichsgrafschaft Vaduz und der Reichsherrschaft Schellenberg (1684-1699/1712)

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Die rund dreissigjährige Periode zwischen dem Ende der Vaduzer Hexenprozesse (1680) und dem Verkauf der Herrschaft Schellenberg (1699) und der Grafschaft Vaduz (1712) durch die Grafen von Hohenems an das Fürstenhaus Liechtenstein wurde bislang nicht vertieft untersucht. Sie war geprägt durch die Zwangsverwaltung der beiden Herrschaften durch kaiserliche Kommissare im Auftrag des Römisch-deutschen Reiches. Mit dem Übergang an das Haus Liechtenstein erfolgte eine wichtige Weichenstellung im Prozess der liechtensteinischen Staatsbildung.

 

Zentrale Fragen betreffen die Hohenemser Finanz- und Herrschaftskrise, die Intervention und die Wirksamkeit des Reichs im Kleinterritorium, die Verwaltungsstruktur und Verwaltungspraxis während der kaiserlichen Administration, das Verhalten der abgesetzten Hohenemser Grafen und der in „Landschaften“ verfassten Untertanen sowie das zur Krisenlösung angewandte Debitverfahren. Zu berücksichtigen sind neben politik- und verwaltungsgeschichtlichen auch sozial- und kulturgeschichtliche Aspekte: etwa die Biographien und Verflechtungen der politischen und administrativen Akteure oder bestimmte Elemente der politisch-administrativen Kultur (z.B. Parteibildung, Patronage, Korruption).