Vor 20 Jahren: Lawinenwinter 1999

15.01.2019
Im Januar und Februar 1999 führten ausgiebige Schneefälle in Frankreich, in der Schweiz, in Österreich und auch in Liechtenstein zu einer grossen Anzahl an Lawinenniedergängen mit teils katastrophalen Auswirkungen. Innert fünf Wochen fielen mancherorts über 5 Meter Schnee. Viele Verkehrswege waren unterbrochen und ganze Täler von der Umwelt abgeschnitten. Die verheerendsten Lawinenniedergänge waren in Chamonix/Montroc (Frankreich) mit 12, Evolène (Schweiz) mit 12 und Galtür (Österreich) mit 31 Todesopfern zu beklagen.

Im liechtensteinischen Malbuntal fielen von Anfang Januar bis zum 18. Februar 350 cm Schnee. Am 9. Februar wurde der hintere Teil des Malbun evakuiert. Am 21. und 22. Februar zerstörten zwei Lawinen elf Ferienhäuser vollständig und vier weitere teilweise. Dank der vorsorglichen Evakuierung des Gebiets kamen keine Personen zu Schaden. Am 24. Februar wurden die letzten noch im Malbun verbliebenen 300 Personen mit Helikoptern ausgeflogen, unter ihnen 220 Feriengäste. Eine weitere Lawine riss am 22. Februar die im oberen Valünatal gelegene Obersäss-Alphütte mit dem Stall weg.

Die verursachten Schäden beliefen sich auf rund 6 Millionen Franken. Dem Land Liechtenstein entstanden für Aufräumarbeiten und anderes Kosten von rund 800‘000 Franken. Ein markanter Rückgang der Logiernächte im Februar 1999 verursachte wirtschaftliche Einbussen bei den Hotelleriebetrieben.

Zum Bild: Im Februar 1999 von einer Lawine zerstörtes Ferienhaus im Malbun. Aus: Liechtenstein 1999–2008, hg. von der Regierung des Fürstentums Liechtenstein, Vaduz 2009, S. 12.

 

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