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Forschungs Detail

Politik
Politische Kommunikation über Sachfragen: Öffentliche Meinungsbildung unter den Bedingungen einer kleinstaatlichen Referendumsdemokratie mit eingeschränkter Medienvielfalt
Prof. Dr. Frank Marcinkowski
Dieses Forschungsvorhaben fragt nach den Strukturen, Instrumenten und Folgen der öffentlichen Meinungsbildung im Fürstentum Liechtenstein. Im Hinblick auf die Prägung des politischen Systems durch direkt-demokratische Einrichtungen (Initiative und Referendum) ist dabei insbesondere die öffentliche Meinungsbildung zu kontroversen politischen Sachfragen (policy issues) von Interesse.

Es ist zu erwarten, dass die öffentliche Meinungsbildung zu politischen Sachfragen in Liechtenstein von mindestens drei Variablenbündeln beeinflusst wird: von dem politischen Kontext (Zahl und öffentlichkeitsbezogene Ressourcen der politischen Hauptakteure, direktdemokratische Verfahren, Kleinräumigkeit), von der vertikalen und horizontalen Struktur des Öffentlichkeitssystems, d.h. von dem Zusammenwirken und der relativen Bedeutung einzelner „Öffentlichkeitsebenen“ einerseits und der selektiven Zuweisung von Sprecherrollen (nicht nur, aber auch in der Medienöffentlichkeit) andererseits und schliesslich von den spezifischen Eigenschaften des Themas selbst.

Das zur Anwendung kommende methodische Instrumentarium muss in der Lage sein, alle genannten Faktoren empirisch-quantifizierend abzubilden, und zwar in einer Weise, die es zulässt, die einzelnen Konstrukte auch statistisch miteinander in Beziehung zu setzen. Dazu müssen die Positionen und Argumente der politischen Hauptakteure (Fürst, Regierung, Landtag, Parteien, Medien, Interessengruppen) zu den beispielhaft untersuchten Sachfragen genau dokumentiert werden, ebenso wie ihre aussenbezogenen, auf die Bevölkerung gerichteten Kommunikationsaktivitäten in unterschiedlichen Öffentlichkeitsarenen, und schliesslich muss deren Reichweite und Wirkung auf die Bürger vergleichend abgeschätzt werden.

Im Ergebnis soll die Studie ein detailliertes, empirisch breit abgesichertes Modell der Strukturen und Prozesse der öffentlichen Meinungsbildung in Liechtenstein liefern, das nicht nur die Kommunikationsstrategien der politischen und gesellschaftlichen Hauptakteure berücksichtigt, sondern auch Medieneinflüsse, die Wirkung von peer groops bzw. sozialen Milieus und die direkte Kommunikation in persönlichen Netzwerken.

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