Gerard Batliner
«Was will Liechtenstein sein?»
Liechtenstein-Institut (Hrsg.)
2009, [Liechtenstein Politische Schriften, Bd. 46), 226 Seiten, ISBN 978-3-7211-1076-0, Preis: CHF 64.-, EURO 43.-]
Diese Gedenkschrift für den liechtensteinischen Staatsmann und Gelehrten Gerard Batliner umfass 13 wichtige und meist unpublizierte Texte aus den Jahren 1974 bis 2005. Es handelst sich um Essays mit wissenschaftlichen, philosophischem und staatspolitischem Inhalt.
Neben diesen Texten aus seinem Nachlass enthält da Buch auch die Rede, die Guido Meier, der Präsident des Liechtenstein-Instituts, an der Gedenkveranstaltung im November 2008 zu Ehren Gerard Batliners gehalten hat, sowie eine Biographie des Verstorbenen aus der Feder seines Weggefährten Georg Malin.
Abgerundet wird der Band mit einem stichwortartigen Lebenslauf Batliners sowie mit einem Verzeichnis seiner Schriften.
Elisabeth Berger
Rezeption im liechtensteinischen Privatrecht unter besonderer Berücksichtigung des ABGB
2008 Schriften zum Liechtensteinischen Recht ISBN 978-3-906264-60-8
Ein Kleinstaat sieht sich in vielen Belangen vor grosse Herausforderungen gestellt, wozu in besonderem Masse auch die Rechtssetzung und die Rechtsprechung gehören. Um die vielfältigen Nachteile eines kleinen Rechtsraums auszugleichen, setzt das Fürstentum Liechtenstein daher seit bald zwei Jahrhunderten auf die Rezeption ausländischen Rechts bei der Rechtserzeugung und die Heranziehung ausländischen Know-hows bei der Rechtsvollziehung.
Das liechtensteinische Privatrecht zeichnet sich denn auch durch eine aussergewöhnliche Normenvielfalt aus. Diese resultiert aus der Rezeption österreichischen und schweizerischen Rechts, ergänzt um adaptierte Rechtsnormen ausländischen Ursprungs sowie eigenständige Rechtsschöpfungen.
Hugo Vogt
Das Willkürverbot und der Gleichheitsgrundsatz in der Rechtsprechung des liechtensteinischen Staatsgerichtshofes
2008 (Liechtenstein Polistische Schriften, Band 44), ISBN 978-3-7211-1073-9
Die liechtensteinische Verfassungsordnung gewährleistet das Willkürverbot als ungeschriebenes Grundrecht und normiert in Art. 31 Abs. 1 der Verfassung den allgemeinen Gleichheitsgrundsatz. Beide Grundrechte haben in der Rechtsprechung des liechtensteinischen Staatsgerichtshofes eine überragende Bedeutung erlangt. Das Buch stellt die Rechtsprechung des Staatsgerichtshofes zu diesen beiden Grundrechten zum ersten Mal umfassend und systematisch dar. Behandelt werden die Grundlagen des allgemeinen Gleichheitsgrundsatzes und des Willkürverbots, die beiden Grundrechte in der Rechtsetzung und in der Rechtsanwendung, das Willkürverbot als ungeschriebenes Grundrecht, das Willkürverbot im Verhältnis zu anderen Grundrechten sowie die Besonderheiten der Willkürbeschwerde als Individualbeschwerde. Nachdem in der Rechtsrechung der liechtensteinischen Gerichte der Rechtsvergleichung grosse Bedeutung zukommt, werden auch Bezüge zur Rechtsprechung des schweizerischen Bundesgerichtes, des österreichischen Verfassungsgerichtshofes und des deutschen Bundesverfassungsgerichtes hergestellt.
Tobias Michael Wille
Liechtensteinisches Verfassungsprozessrecht
2008 (Liechtenstein Politische Schriften, Band 43), ISBN 978-3-7211-1070-8
Das liechtensteinische Verfassungsprozessrecht ist eine Rechtsmaterie, die bisher noch nicht eingehend und zusammenfassend untersucht worden ist. Das Buch unternimmt es, die verfassungsgerichtliche Verfahrensordnung systematisch darzustellen und die relevante Spruchpraxis des Staatsgerichtshofes einzubeziehen. Es werden neben den einzelnen verfassungsgerichtlichen Verfahren auch die Verfahrensgarantien, Verfahrensgrundsätze, Verfahrensvoraussetzungen und der Verfahrensgang sowie die Entscheidungen, deren Inhalt, Wirkung und Vollstreckung erörtert. Da das Staatsgerichtshofgesetz ausländische Vorbilder hat, liegt es nahe, auf sie Bedacht zu nehmen und Quervergleiche anzustellen. Auf diese Weise ist es möglich, Lösungsansätze in Sachbereichen zu entwickeln, die nicht geregelt sind oder zu denen es keine eigene Rechtsprechung gibt.
Dieter Langewiesche (Hrsg.)
Kleinstaaten in Europa
Schaan, 2007 (Liechtenstein Politische Schriften, Band 42), ISBN-10: 3-7211-1068-4, 263 Seiten
Die Auflösung des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation im Jahr 1806 besiegelte das Ende Alteuropas. Die enorme Vielfalt der Gemeinwesen, die das Alte Reich in sich vereint hatte, wurde radikal beseitigt, die Zukunft schien dem souveränen Staat zu gehören. Unter denen, welche diese «Massenkatastrophe unter den europäischen Kleinstaaten» überlebten, wie der Schweizer Historiker Werner Kaegi das Geschehen charakterisiert hat, war das Fürstentum Liechtenstein der kleinste. Seit damals ist es ein souveräner Staat.
Was es konkret bedeutet, souverän zu sein, veränderte sich im Laufe der Geschichte und wird sich in Zukunft immer wieder ändern. Das Liechtenstein-Institut hat das Ende des Alten Reiches und den Beginn der Souveränität Liechtensteins anlässlich eines Symposiums im September 2006 wissenschaftlich erörtert. Es ging nicht darum, die vielen Rückblicke auf 1806, die aus Anlass der zweihundertsten Wiederkehr dieses wirkungsmächtigen Ereignisses europäischer Geschichte abgehalten wurden, aus der Sicht Liechtensteins um einen weiteren zu vermehren. Gefragt wurde vielmehr nach der Bedeutung und dem Geschick der Kleinstaaten in Europa seit der frühen Neuzeit bis in die Gegenwart. Die Zäsur des Jahres 1806 wird also zeitlich übergriffen. Ihr historisches Gewicht tritt so markant hervor und wird zugleich in weite Perspektiven eingeordnet. Würdigung der Publikation von Prof. Dr. Dieter Langewiesche als pdf-Datei
Mario F. Broggi (Hrsg.)
Alpenrheintal - eine Region im Umbau
Schaan, 2006 (Liechtenstein Politische Schriften, Band 41), ISBN 3-7211-1066-8, 319 Seiten
Im Alpenrheintal findet seit fünf Jahren ein ungebremstes Siedlungswachstum statt. Die Folgen sind Zersiedelung, Zerschneidung der Landschaft, Rückgang bedeutsamer Freiflächen und landwirtschaftlich genutzten Bodens, Bodenversiegelung, Gefährdung der Biodiversität und Beeinträchtigung der landschaftlichen Ästhetik. Eine Landschaft, die einst stark von ländlicher Struktur, von hochstämmigen Obstbäumen und Streuwiesen, Ackerflächen und nur wenigen Kleinstädten geprägt war, hat sich in wenigen Jahrzehnten zu einem diffusen Wohn- und Wirtschaftsraum mit Siedlungsbändern entwickelt. Das Alpenrheintal wächst zu einer Rheintalstadt zusammen, ohne dass dieser Prozess gesteuert erscheint und ohne dass überhaupt ein Bewusstsein für diesen Vorgang vorhanden wäre. Die Notwendigkeit grenzüberschreitender, bodenschonender und flächeneffizienter Entwicklungen wird immer dringender. Die Talgemeinschaft, die es heute einprägsam noch kaum gibt, ist herausgefordert, gemeinsam die Suche nach zukünftigen Raumnutzungen und Gestaltungsmustern in Angriff zu nehmen. Dieses Buch will mithelfen, Behörden und Bevölkerung des Alpenrheintals für diese Herausforderung zu sensibilisieren.
Thomas Bruha / Zoltán Tibor Pállinger / Rupert Quaderer (Hrsg.)
Liechtenstein - 10 Jahre im EWR
Bilanz, Herausforderungen, Perspektiven
Schaan, 2005 (Liechtenstein Politische Schriften, Band 40), ISBN 3-7211-1063-3, 241 Seiten
Am 9. und 10. Juni 2005 führte das Liechtenstein-Institut anlässlich der zehnjährigen Mitgliedschaft Liechtensteins im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) ein Symposium zum Thema «Liechtenstein im EWR: Bilanz, Herausforderungen, Perspektiven» durch. Das Symposium fand zu einem Zeitpunkt statt, an dem die EU und Europa gezwungen waren, verstärkt über sich nachzudenken. Welche Ziele verfolgen wir? Oder noch wichtiger: Verfolgen wir die richtigen Ziele? Ist der eingeschlagene Weg richtig, sind Kurskorrekturen angebracht oder gar grössere Veränderungen? Vor dem Hintergrund der jüngsten Entwicklungen in der EU - Stichworte dazu sind die Osterweiterung und die Ablehnung der EU-Verfassung in Frankreich und in den Niederlanden - bot das Symposium Gelegenheit, eine Bilanz zu ziehen, nach neuen Herausforderungen zu fragen und Perspektiven zu diskutieren. Das Thema wurde aus drei Blickwinkeln betrachtet: In einem ersten ging es um den EWR als Rechts- und Wirtschaftssystem sowie um die Frage, wie er funktioniert und wie er seine Homogenitätsziele erfüllen kann. Im zweiten Teil wurden die Besonderheiten Liechtensteins und seine Möglichkeiten zur Partizipation im EWR behandelt, und den Abschluss bildete ein Blick in die Zukunft des EWR im Kontext der Globalisierung.
Der vorliegende Band enthält die beim Symposium gehaltenen Vorträge und Diskussionsbeiträge.
Harald Bösch
Liechtensteinisches Stiftungsrecht
Stämpfli Verlag AG Bern, 2005 / Manz Verlag Wien, 2005; ISBN 3-7272-9117-6 (Stämpfli); ISBN 3-214-13091-9 (Manz); 880 Seiten
Mit dem vorliegenden Buch gelangt erstmals eine umfassende zivilrechtliche Darstellung des liechtensteinischen Stiftungsrechts zur Veröffentlichung. Die Arbeit ist das Ergebnis eines vom Liechtenstein-Institut in Auftrag gegebenen rechtswissenschaftlichen Forschungsprojekts. Den Ausgangspunkt der Untersuchung bildet ein Rechtsvergleich zwischen dem liechtensteinischen Stiftungsrecht und seinem ursprünglichen Rezeptionsvorbild, dem Stiftungsrecht des ZGB. Darauf aufbauend werden in kritischem Dialog mit der einschlägigen (auch unveröffentlichten) Rechtsprechung insbesonders die systematische Stellung der Stiftung im PGR, ihre Begriffsmerkmale, die einzelnen gesetzlichen Stiftungstypen, grundlegende Fragen der Stiftungserrichtung, Beendigung und Aufsicht sowie die Rechtsstellung der Begünstigten und des Stifters einer ausführlichen juristischen Analyse unterzogen. Liechtensteinische Besonderheiten wie namentlich die körperschaftliche Einflussnahme durch den Stifter oder die treuhänderische Stiftungserrichtung und Ausübung der Stifterrechte werden eingehend methodisch gewürdigt. Dank einer nachträglichen Miteinbeziehung des von der liechtensteinischen Regierung ausgegebenen Vernehmlassungsentwurfs einer Stiftungsrechtsreform ist die Arbeit auf aktuellstem Stand.
Christoph Maria Merki (Hrsg.)
Europas Finanzzentren
Geschichte und Bedeutung im 20. Jahrhundert
[Campus Verlag, Frankfurt/New York 2005, ISBN 3-593-37743-8]
In London und Frankfurt, Paris, Zürich und Liechtenstein schlägt das Herz des europäischen Kapitalismus. Dort ballen sich die Institutionen, welche die Geldwirtschaft in Gang halten: Börsen und Banken, Versicherungen und Treuhandfirmen und Anwaltskanzleien. International bekannte Autoren beschreiben, wie diese Finanzplätze und Offshore-Zentren entstanden sind und wie sich ihr ständiges Auf und Ab erklären lässt: durch geopolitische Verschiebungen und regulatorische Bestimmungen, durch Währungspolitik und Standortqualität. Damit schildern sie ein bislang wenig behandeltes Kapitel europäischer Wirtschaftsgeschichte im 20. Jahrhundert.